Dürer-Vorträge Nürnberg

Eine Zusammenfassung der Vorträge und Informationen über die Referenten.

Archiv 2002

Albrecht Dürer: Feldhase, 1502

Provokationen im Dürerjahr 1971

Walter Schatz

Walter Schatz, geb. 1932 in Nürnberg, ist als Sonderbeauftragter des Verlegers und Herausgebers der Nürnberger Nachrichten (NN) tätig. Schon in den ersten Semesterferien seines Studiums der Geschichte, Germanistik und Philosophie an der Universität Erlangen arbeitete er in der Redaktion der NN, die zum Dreh- und Angelpunkt seines Berufslebens werden sollte.

Schatz war von 1954 bis 1958 als Redakteur und von 1978 bis 2000 als Lokalchef, zuletzt auch als Mitglied der Chefredaktion, bei den Nürnberger Nachrichten beschäftigt.

An der publizistischen Vorbereitung zum Dürerjahr 1971 und am Festjahr selbst war er als Leiter des Presse- und Informationsamts der Stadt Nürnberg (1969 bis 1977) maßgeblich beteiligt. Für sein besonderes Interesse an der jüngeren Geschichte der Stadt sprechen zahlreiche Publikationen.

Walter Schatz ist Träger der Bürgermedaille der Stadt Nürnberg.

 
 

"Nicht nur die Vier Apostel..."

Wie Nürnberg seine Dürergemälde verlor.

Dr. Daniel Hess

Dr. Daniel Hess, geb. 1963 in der Schweiz. Studium der Kunstgeschichte in Zürich und Stuttgart; Promotion über die Meister im Umkreis des Mittelalterlichen Hausbuchs. Von 1992 bis 1998 Mitarbeiter am Forschungszentrum für mittelalterliche Glasmalerei Corpus Vitrearum in Freiburg i. Br.; seit 1998 Leiter der Gemälde- und Glasmalereisammlung des Germanischen Nationalmuseums. Diverse Veröffentlichungen zur Malerei und Glasmalerei des hohen und späten Mittelalters.

 
 

Der Feldhase

Zur Naturgeschichte eines Vorbilds zu Dürers Werken.

Dr. Eberhard Schneider

Diplom-Biologe Dr. Eberhard Schneider, Jahrgang 1947, gebürtiger Nordhesse, studierte Biologie in Marburg und Göttingen. Vor nunmehr 30 Jahren begann er seine Forschungen am Feldhasen. Diplom 1973, Promotion 1979 mit den Ergebnissen seiner Studien zur Biologie, Ethologie und Ökologie des Hasen.

Bereits 1978 erschien seine Monographie "Der Feldhase" (BLV München); neben zahlreichen wissenschaftlichen und populären Publikationen auch Bearbeiter des Kapitels "Hasentiere" in Grzimeks Enzyklopädie der Säugetiere (Kindler, München) und der Encyclopaedia of Mammals (Oxford).

"Hasen-Schneider" ist international ausgewiesener Fachmann für Lagomorpha (Hasengestaltige). Daneben zahlreiche Arbeiten über andere Wildtiere, insbesondere Wiederansiedlung des Bibers, Lehr- und Forschungstätigkeit in Wildbiologie und Jagdbetriebslehre an den forstlichen Fachbereichen der Universität bzw. Fachhochschule in Göttingen. Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger im Fachgebiet Jagdwesen. Langjährig ehrenamtlich im Naturschutz tätig, derzeit als Vorsitzender und Geschäftsführer im von ihm mitgegründeten Vogelschutz-Komitee e. V., Hamburg.

 
 

Linie und Farbe im Werk Albrecht Dürers

Dr. Kristina Herrmann Fiore

Dr. Kristina Herrmann Fiore ist an der Galleria Borghese als "direttore storico dell’ arte" tätig, wo sie sich seit 1985 maßgeblich für die Restaurierung der Innenräume, Gemälde und Skulpturen, die Neuhängung der Bilder und einen in sechs Sprachen vorliegenden Führer eingesetzt hat.

Seit ihrer Dissertation 1971 über Dürers Landschaftsaquarelle hat sie dem Thema Dürer und Italien wissenschaftliche Publikationen und Vorträge gewidmet. Ihre publizierten Studien galten ferner Künstlern, die meist mit der Galleria Borghese verbunden sind: Raffael, Polidoro die Caravaggio, Leonardo, Tizian, Veronese, die Brüder Zuccari, die Brüder Alberti, P. Brill, Caravaggio, Domenichino, Bernini, Ch. Unterberger, Canova u.a.

 
 

Der Liebhaber in viererlei Gestalt

Eine Einführung in Conrad Celtis’ "Amores" und ihr Bildprogramm.

Dr. Claudia Wiener

Dr. Claudia Wiener arbeitet am Institut für Klassische Philologie der Universität Würzburg und nimmt einen Lehrauftrag für Mittellatein am Institut für Deutsche Philologie wahr.

Forschungsschwerpunkte sind die römische Literatur der Kaiserzeit, Textüberlieferung und Rezeptionsgeschichte lateinischer Werke, sowie Friedrich Rückerts Werk (Dissertation zu Friedrich Rückerts De idea philologiae, Bearbeitung des Bandes "Gedichte von Rom 1817-1818" im Rahmen der von Rudolf Kreutner und Hans Wollschläger herausgegebenen Gesamtausgabe und Betreuung der "Rückert-Studien") und Neulateinische Dichtung (u. a. Mitarbeit an der Edition der "Trophaea Bavarica", den lateinischen Festdichtungen zur Einweihung von St. Michael in München 1597). In Zusammenarbeit mit Jörg Robert und Ursula und Günter Hess konzipierte sie die Ausstellung "Amor als Topograph. 500 Jahre Conrad Celtis’ Amores" (7.4.-30.6.2002) in der Bibliothek Otto Schäfer Schweinfurt.

 
 

Besuch bei Oma Anna

Die Druckgraphik bei Dürer als Spiegel des Nürnberger Alltagslebens

Der Vortrag will den Versuch unternehmen, im druckgraphischen Werk Dürers Reflexe des Alltagslebens seiner Zeit aufzuspüren. Dazu werden ausgewählte Darstellungen aus dem Leben Mariens und der Heiligen, aus dem Volksleben und einige Landschaften näher betrachtet und analysiert. Dabei soll aufgezeigt werden, dass Dürer im Laufe seines Schaffens solchen Themen immer breiteren Raum gegeben hat. Dennoch ist er noch nicht zum reinen Genre-Bild oder zur selbstständigen Landschaftsdarstellung vorgedrungen. Stets hat er seinen Bildern eine zweite Bedeutungsebene unterlegt.

Dr. Erich Schneider

Jahrgang 1954, Chef der Städtischen Sammlungen und des Kulturamtes Schweinfurt, sowie wissenschaftlicher Leiter der Gesellschaft für fränkische Geschichte. Seine Themen und Publikationsschwerpunkte sind die Druckgraphik der DürerZeit, die barocke Architektur und Ausstattungskunst, sowie die Kunst des 20. Jahrhunderts.

 
 

Dürer und das Exotische

Nachdenken über die Regel der Ausnahme.

Prof. Dr. Ernst Rebel

Jahrgang 1949, Professor für Kunstgeschichte und ihre Didaktik am Department Kunstwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München. Veröffentlichungen zur Geschichte der druckgrafischen Techniken, Albrecht Dürer, Kunst und Kunstwissenschaften in München um 1900.

 
 

Dürers Naturauffassung

Zwischen Imitation und Konstruktion

Dr. Peter Krüger

Studierte in Tübingen und London; er wurde 1989 mit einer Arbeit über Rubens’ "Konstantinszyklus" (bei Prof. Konrad Hoffmann) promoviert.

Seine erste Stelle führte ihn als Betreuer der renommierten Graphiksammlung von Dr. h. c. Otto Schäfer nach Schweinfurt. Aus dieser Zeit resultiert seine intensive Beschäftigung mit der Druckgraphik von Albrecht Dürer, die in mehreren Katalogbeiträgen sowie einem Buch über die Holzschnittfolge zur "Apokalypse" ihren Niederschlag fand.

Dr. Krüger war mehrere Jahre als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bamberg tätig und lebt heute als freier Kunsthistoriker in Stuttgart, wo er u. a. an der Staatlichen Kunstakademie einen Lehrauftrag hat.