Dürer-Vorträge Nürnberg

Eine Zusammenfassung der Vorträge und Informationen über die Referenten.

Archiv 2010

Albrecht Dürer: Brief an Willibald Pirckheimer vom 2. April 1506, Detail (Stadtbibliothek Nürnberg).

Offener Brief: Albrecht Dürer schreibt an den Nürnberger Stadtrat

Der Offene Brief richtet seinen Gruß zwar an ein begrenztes Publikum, ist aber tatsächlich für einen großen Leserkreis bestimmt. In den Jahren 1520 bis 1526 befanden sich davon mehr Exemplare im Umlauf als zu jeder anderen Zeit. Diese literarische Form bildet einen wichtigen Kontext für Dürers "Vier Apostel".

Shira Brisman

Kunsthistorikerin, Ph.D. candidate, Yale University in the Department of Art History, New Haven/ USA

Albrecht Dürer: Bildniszeichnung des Erasmus von Rotterdam, 1520 (Washington, National Gallery).

Bildniszeichnungen als Tauschobjekte und Freundschaftsgaben. Zu Dürers Netzwerkbildung auf der niederländischen Reise

Deutlich spiegelt sich in Dürers Tagebuch von der niederländischen Reise die ökonomische Dimension sozialer Vernetzung. Eine zentrale Rolle spielen dabei Dürers Bildniszeichnungen. Der Beitrag untersucht ihre Funktion als Tauschobjekte, die Dürer zur Netzwerkbildung mit der niederländischen Elite einsetzte.

Dr. Dagmar Hirschfelder

Kunsthistorikerin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg

Dürer-Projektion 2009 (Design: zur.gestaltung, Nürnberg).

"Dürer - Netzwerker mit globaler Perspektive"

Markus Hofmann entwickelt in seinem Hauptberuf Modelle für Kommunikations- und Mobilitätsnetzwerke der Zukunft. Andererseits ist er Direktor eines "Thinktank". Mit seinem Instrumentarium des 21. Jahrhundert analysierte er den Netzwerkknoten Nürnberg zur Dürerzeit.

Markus Hofmann

Leiter Marketingstrategie Infrastruktur (KSI), Deutsche Bahn AG/ Managing Director, Network Institute, Berlin

Albrecht Dürer: Die Marter der Zehntausend, 1508 (Wien, Kunsthistorisches Museum).

Ein Vergil für Wittenberg. Humanistische Netzwerkstrukturen und mehrdimensionaler Bildsinn am Beispiel von Dürers "Martyrium der zehntausend Christen"

Als Untersuchungsgegenstand der historischen Netzwerkforschung bietet sich das Bild geradezu paradigmatisch an: der Auftraggeber, Friedrich der Weise, konnte in Wittenberg mit Universität, Residenz und Schlosskirche ein geistesgeschichtliches Zentrum errichten, das zu einem zentralen humanistischen Umschlagplatz im Norden wurde.

Dr. Birgit Ulrike Münch

Kunsthistorikerin, Akademische Rätin, Universität Trier

Albrecht Dürer: Titelblatt für die Neuausgabe der "Apokalypse", 1511 (museen der stadt nürnberg, Grafische Sammlung).

"Inwendig voller Figur" - Dürers "Drei Grosse Bücher" und die Erfindung des Künstler/ Malerbuches

Die "Drei Grossen Bücher" sind als seltenes gebundenes Buchexemplar erhalten. Die Graphikfolgen zeigen deutlich, dass er im Spannungsfeld des aufkeimenden Selbstverständnisses als "Künstler" (im Gegensatz zum Handwerker) gezielt eine frühe Form des Künstler/ Malerbuches entwickelte.

Dr. Sebastian Oesinghaus

Kunsthistoriker, Wissenschaftlicher Volontär an den Staatlichen Kunstsammlungen, Dresden

Hans Schwarz: Medaille auf Albrecht Dürer, 1519/20 (Albrecht-Dürer-Haus-Stiftung).

Fülle der Bedeutungen. Dürer im Netz des Humanismus

Dürer ist von zahlreichen Humanisten beachtet worden, jedoch aus Motiven, die nur selten von hehrer Liebe zur Kunst geprägt sind. Vielmehr dient Dürer ihnen als Integrationsfigur für persönliche Geltungsansprüche.

Dr. Lothar Schmitt

Kunsthistoriker, Oberassistent an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich